Einsamkeit

Gepostet am Okt 19, 2011 in Gedichte | Keine Kommentare

Buchstaben sind Buchstaben, sie stehen einsam in einem Alphabet.
Menschen sind wie Buchstaben; wenn sie nicht mit Sätzen verbunden sind, sind sie Einsam.
Sätze kann man trennen, es entstehen Wörter, die man auch trennen kann. Nun entstehen einzelne Wortfetzen, und wenn man am Ende den einzelnen Buchstaben wiederfindet ist er Einsam.

Was ist nur damit gemeint, Buchstaben und Wörter, das klingt wie Bienen und Blüten. Nein, soll es nicht.

Mehrsam ist schöner! Man fühlt sich gut, geschützt und geborgen. Aber tut es das nicht immer. Ja, leider.
Wieso darf es denn einzelne Buchstaben überhaupt geben? Liegt es an der Vielfalt von Wörtern oder einfach an der Niveaulosigkeit diverser Personen, gibt es keine romantisch veranlagten Personen, die sich noch von der Seite zeigen, oder Personen, die Zuneigung brauchen?
Das ist genauso wie mit dem Buchstaben Q? Keiner will Ihn so richtig haben. Gibt es denn ein richtig schönes Wort mit Q? Meines Erachtens nicht – ist vielleicht auch besser so.
Musik, – Musik ist auch Mehrsam, meistens eine schöne Art des Mehrsam seins. Es gibt aber auch Gegenteiliges, darauf will ich nicht eingehen. Musik, diese beruhigende Mehrsamkeit wir aber irgendwie nicht sehr geachtet. Im Grunde kann man Musik trennen, es entstehen Wörter, die man auch trennen kann und die Buchstaben sind Einsam. Scheiße. Menschen, die wie die schöne Musik sind, findet man nur ganz selten. Meist sucht man vergeblich… das ist schade. Schade ist auch, daß sogar das Wort Mehrsam und schön aus Buchstaben besteht und diese deshalb wiederum einsam sind. Man kommt also an der Einsamkeit nicht vorbei.

Ich denke zu viel, aber ich will es! Ich brauche es, das Mehrsam sein, das einsame Frustriert sein, das frustrierte Einsam sein und das niveaulose dasein diverser Individuen auf einer einsamen weiten Welt. Ohne alles das, hätte ich nie die Möglichkeit, so etwas zu schreiben, auch wenn mehr weniger scheint, denn das mehr ist einsam… und das blaue Meer ist Alles. Ich will nicht und ich will, ich liebe und ich hasse, ich nehme und ich gebe ich brauche und ich habe, ich schenke und ich bin glücklich… ich freue und ich bereue und ich bin da. Fern von jedem Da sein, fern von mir und Dir und der weiten Einsamen Welt, die nur Wege und Mittel sucht um uns alle zu vereinsamen.

– oder auch nicht, aber das weiß ich auch nicht – das muß ein jeder selbst entscheiden, und auch wie einsam er nun wirklich ist…

… Im Grunde ist es aber J E D E R und die Buchstaben sind wieder Einsam.

Ó 14.9.1999 Oliver Sührig | Berlin

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